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Gartenhaus Holzschindeln

Gartenarbeit kann wertvolle Lektionen fürs Leben lehren. Dazu zählen Fähigkeiten, die uns auch außerhalb unseres Gartens oder Balkons durchaus zu Gute kommen können. Hier teilen wir mit euch unsere Erfahrungen mit unserem „Erstgarten“.

350 Quadratmeter plattgewalzter Mutterboden. So sah unser Garten aus, als wir vor etwas mehr als drei Jahren mit Gummistiefeln und Rasensamen ausgerüstet auf einer Schotterfläche standen, die (viel) später mal unsere Terrasse werden sollte. Etwas planlos, aber hoffnungsvoll streuten wir an den Stellen Spielrasensamen, wo wir uns etwas grün gut vorstellen konnten – also überall. Mangels Walze („Rasensamen gut andrücken“) stampften wir im Gänsemarsch hintereinander her, um der Pflanzanleitung genüge zu tun. Dann hieß es warten: Eine Woche, zwei Wochen - in der dritten Woche konnte man deutlich einen hellgrünen Schimmer auf unserer Halde erkennen. Heute, drei Jahre später, ist alles, was grün werden sollte, überwiegend gleichmäßig grün bewachsen. Nicht unbedingt mit Rasen, aber es ist grün. Und damit sind wir bei der ersten Erkenntnis:

Niederlagen führen oft zum Erfolgoder Die Kunst des Scheiterns

Ein paar glückliche Gärtner sind mit permanentem Erfolg gesegnet, aber das ist wohl eher die Ausnahme als die Regel. Für die überwiegende Mehrheit von uns Gärtnern sind Misserfolge im eigenen Garten oder auf dem Balkon durchaus an der Tagesordnung. Wenn sich einzelne Stauden und Heckenpflanzen partout nicht zu den prächtigen Exemplaren auf den Fotos in der Gartenzeitschrift entwickeln wollen, wenn die Läuse auf den Säulenobstgewächsen wilde Partys feiern und die Magnolie die Diva spielt und keine Blüten bringt, dann sollte man dem einfach keine allzu große Bedeutung beimessen. Diese gelegentlichen Niederlagen können den Weg zum Gartenerfolg ebnen. Hier hilft es, ausdauernd demütig zu sein und die braun verfärbten Blätter einfach nicht persönlich zu nehmen. Die Objekte der Begierde im Garten sind Lebewesen und deren ausnahmsloses Gedeihen gehört nicht zu den Dingen, die man erzwingen kann. Über den Frust des Nichtgelingens einzelner Gewächse vergisst man darüber hinaus die vielen anderen Stauden, Bäumchen und Gräser, die sich wie selbstverständlich üppig ausbreiten. Konzentriere dich auf die persönliche Leidenschaft anstatt auf das perfekte Ergebnis. Das Gesamtbild zählt.

Garten

Die Geduld

Eine der wertvollsten Lektionen, die Gartenarbeit lehren kann, ist Geduld. Zeitdruck im Garten ist völlig fehl am Platze und kontraproduktiv. Es dauert eben alles seine Zeit. Zeit, bis die ersten heiß ersehnten Sämlinge aus dem Boden auftauchen und die ersten essbaren Früchte erscheinen (auch wenn die Piepmätze das meistens vor uns zu bemerken scheinen). Zeit, bis die Heckenpflanzen die erdachte Höhe erreichen (wenn überhaupt) und Garten und Balkon vorübergehend einen Zustand haben, der uns glücklich und zufrieden macht. In unserer schnelllebigen Zeit, in der alles und jedes immer und sofort verfügbar ist, eine auffallend wohltuende Erfahrung. Ungeduldige Menschen neigen dazu, bei Niederlagen oder Problemen schneller das Handtuch zu werfen. Ungeduld fördert Unzufriedenheit und Fehleranfälligkeit. Die Arbeit mit Boden und Grün kann dazu beitragen, diese Grundeinstellung ein Stück weit zu ändern. Ein Garten ist selten ein abgeschlossenes Projekt. Die Pflege und Anpassung zieht sich über Monate und Jahre. Gut, wenn man sich entspannt und mit viel Geduld darauf einlassen kann. Der passende Griff in die Sprichwörterkiste: „Gras wächst auch dann nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Zeit für sich

Du kannst alleine sein, ohne einsam zu sein. Gartenarbeit mag wie ein einsames Hobby erscheinen, aber Allein sein und Einsam sein ist natürlich nicht dasselbe. Die Gartenarbeit lehrt, dass es möglich ist, allein unter Unkraut und Pflanzen zu sein, ohne dabei einsam zu sein oder sich so zu fühlen.

Gärtnern ist billiger als jede Therapie – und du bekommst Tomaten

Im Vergleich zu den Kosten für gekauftes regionales Bio-Obst und -Gemüse ist die eigene Ernte fast kostenlos. Mit nicht mehr als ein paar Samen und dem Schweiße deines Angesichts kannst du, je nach verfügbarer Fläche und Motivation, einen leckeren Blaubeerkuchen oder ein buntes Obst- und Gemüsefest für Freunde und Familie kreieren. Aber auch hier bekommen die ersten beiden Punkte wieder Relevanz und unsere Geduld wird nachhaltig auf die Probe gestellt. Wir haben wochenlang Gurkenpflanzen und Cherrytomaten mit Hektolitern Regenwasser mit der Gießkanne geflutet. Das Ergebnis: die Gurken waren ungenießbar bitter und die Ausbeute der Tomaten war, sagen wir mal, übersichtlich. Unsere Salatbar erwies sich dagegen als Fass ohne Boden. Wir haben monatelang grünen Salat aus einem Hochbeet mit einer Fläche von 70 x 90 cm geerntet. Das war für uns ein echtes Erfolgserlebnis – und Gurken aus dem Markt sind ja auch gar nicht sooo teuer.

Der Wert ehrlicher Arbeit

Die Pflanzen wachsen nicht (allein) durch gutes Zureden und erfolgreiches Gärtnern erfordert viel und ausdauernde Arbeit. Aber die Arbeit bringt letztlich eine Belohnung ein. Und wir finden: die ist unbezahlbar.

Und zu guter Letzt

Wertschätzung und Respekt für die Natur. Nichts lässt Wertschätzung und Respekt für die Natur so schnell ins Bewusstsein übergehen, wie das Pflanzen eines Gartens. Sobald die Samen im Boden sind, sind wir Sonne, Wind, Regen und anderen Naturgewalten ausgeliefert.

Die Schriftstellerin May Sarton sagte dazu:

„Everything that slows us down and forces patience, everything that sets us back into the slow circles of nature, is a help.“

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