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Wohnen mit Teppich

Meine Kindheit habe ich in einer großen Altbaumietwohnung verbracht. Eine Wohnung, wie man sich Altbau vorstellt: Viele Räume – große Räume. Imponierende, weiß lackierte Holztürzargen, viel Licht und ein knarrender Dielenboden. Der Traum eines jeden Altbaufans, wenn – ja wenn man die fast 100 Jahre alten Holzdielen denn zu sehen bekommen hätte. Leider wurden die wertvollen Bretter in der ganzen Wohnung wohl irgendwann um die 1960er Jahre mit Spanplatten verschraubt und sämtliche Wohnräume mit einem Träumchen von braun-grau gekettelter Auslegeware verklebt. Herrje. Als Kind habe ich das nie hinterfragt – warum auch, und rückblickend kann ich das Designsakrileg auch nachvollziehen: Die Vermieter lebten unter uns und der Geräuschpegel von unaufhörlich zusammenkrachenden Bauklötzchentürmen, rennen, springen und was weiß ich noch von uns verursachtem Krach wäre sicher um ein erhebliches Maß unerträglicher geworden.

Heute würde natürlich niemand mehr auf die Idee kommen, einer Altbauwohnung etwas Vergleichbares anzutun. Da muss ich einfach ganz fest dran glauben.

Als ich dann meine ersten eigenen Mietwohnungen, ausgestattet mit Laminatboden oder Stäbchenparkett, bezogen habe, wurde mir bewusst, wie groß die Auswahl an Teppichen ist und wie stark man den Ausdruck eines Raumes damit beeinflussen kann.

Die ideale Kombination aus Farbe, Textur und Muster eines Teppichs kann einen Raum wirklich zusammenbringen. Er kann ihn geräumiger, komfortabler und individueller wirken lassen. Er kann ihm Wärme und Behaglichkeit geben. Ein Teppich kann jedoch auch den gegenteiligen Effekt auf einen Raum haben und dazu führen, dass das Gesamtkonzept aus dem Gleichgewicht gerät und unvollendet wirkt. Bevor du einen Teppich kaufst, kannst du einige wichtige Punkte berücksichtigen, um sicherzustellen, dass dein Teppich dem gewünschten Zweck entspricht und zu dir und somit zu deinem Zuhause passt und für lange Zeit Freude macht.

Size matters - die Größe ist wichtig

Die Wirkung eines großen Teppichs ist unbestreitbar. In erster Linie bestimmt aber natürlich vor allem die Größe des Raums oder des Raumbereichs die Dimensionen eines Teppichs. Es liegt auf der Hand, dass der erste Schritt das Vermessen der zur Verfügung stehenden Fläche, bzw. des für den Teppich vorgesehenen Bereichs ist. Achte beim Vermessen auf in den Raum öffnende Türen, da diese im Allgemeinen nicht über den Teppich öffnen und somit durch diesen blockiert würden. Auch wenn die Tür nach außen öffnet sollte der Teppich mindestens 10 Zentimeter Abstand zu den Wänden haben, um einen beengten Eindruck zu vermeiden. Es gibt zwar grundsätzlich ein paar Standardmaße für Teppiche, aber auch mindestens genauso viele Sondermaße, die design-, hersteller- oder launenabhängig sein können. Das reine Maß bestimmt auch den Wirkungsgrad des Teppichs. Ein großer Teppich kann im Raumgefüge eher eine dominierende Rolle spielen und ihn vielleicht sogar optisch erdrücken, während ein kleiner Teppich sich eher unterordnet und den Blick durchaus auch auf andere Objekte im Raum lenken kann. Je nach Anordnung und Größe des Teppichs, kannst du Raumbereiche verbinden oder behagliche Inseln schaffen. Um dir vorab einen Eindruck von der Wirkung des Teppichs zu machen, ist es mitunter hilfreich, den Bereich mit Decken, Papierbahnen oder einfach Kreppband zu visualisieren. So bekommst du einen guten ersten Eindruck und kannst auch die Größe gut an die Gegebenheiten anpassen, anschließend einfach das Maß abnehmen und einen Teppich in der ungefähren Größe suchen.

  • Wohnzimmer:  In einem Wohnzimmer hilft der Teppich, den Raum zu definieren. Sofa und Couchtisch bilden eine Einheit für schöne Filmabende, das Lieblingsbuch bei Regenwetter und Zeit mit Freunden und Familie. Addiere für die richtige Teppichgröße zur Länge des Sofas einfach 20-30 Zentimeter. Somit hat die Längsseite des Teppichs das passende Format für dein Wohnzimmer. In den meisten Fällen liegt der Teppich mit etwas Abstand vor dem Sofa und der Couchtisch steht ungefähr mittig darauf. So haben wir es bei uns im Wohnzimmer zur Zeit auch gelöst. Aber es gibt noch zwei weitere Varianten: Wem die Teppichkante vor dem Sofa nicht zusagt, kann das Sofa auch ca. 20 – 30 Zentimeter auf den Teppich stellen. Damit verbindest du Sofa, Couchtisch und ggf. Sessel zu einer Einheit. Wer noch weitergehen möchte, stellt die gesamte Sitzgruppe vollständig auf den Teppich. Hier sollte der Teppich aber wirklich großzügig bemessen sein, damit der Bereich nicht zu beengt wirkt. Um einen einzelnen Sessel mit Beistelltisch und Stehlampe hervorzuheben, eignet sich übrigens auch ein runder Teppich.

  • Esszimmer: Am Esstisch sollte der Teppich so bemessen sein, dass alle Stühle immer noch auf dem Teppich stehen, wenn sie vom Tisch weggezogen werden. Um das zu erreichen, kannst du zu jeder Seite des Tisches 60 - 80 Zentimeter addieren, um die richtige Teppichgröße zu ermitteln.

  • Schlafzimmer: Um einen gemütlichen Rahmen um das Bett zu schaffen, kannst du an Seiten und Fuß des Bettes zusätzliche 70 Zentimeter für die Teppichgröße hinzurechnen. Wenn du am Fußende eine Bank stehen hast, kannst du die Tiefe noch hinzurechnen.

Gemustert oder einfarbig

Die Entscheidung, ob du ein gemustertes oder ein einfarbiges Material nimmst hängt davon ab, wie auffällig der Teppich in deinem Zimmer sein soll. Muster können deine Persönlichkeit ausdrücken. Aber sie können leicht überwältigen. Auffällige Muster, solche mit viel Bewegung oder einer Vielzahl von Farben, können vom Betrachter viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Wenn man also so viel vom Boden des Raums verarbeiten muss, kann schnell die Illusion entstehen, dass der Raum kleiner wirkt, als er tatsächlich ist. Wenn du möchtest, dass der Teppich richtig auffällt und für sich ein Designelement darstellt, kann ein mehrfarbiger Musterteppich die erste Wahl für dich sein. Aber auch dann bietet sich ein Teppich an, bei dem das Muster einfach gehalten ist. Zu viele Muster und Farben können ein Gefühl von Chaos erzeugen. Subtile Muster sind für das Auge viel einfacher, und die richtige Wahl kann dazu führen, dass Räume größer erscheinen als ihre realen Maße, wodurch eine offene, einladende Atmosphäre entsteht. Einfarbig gemusterte Teppiche arbeiten mit verschiedenen Webrichtungen oder Webhöhen. So entsteht ein interessantes Muster, das aber auch kreative Freiheit beim Dekorieren ermöglicht und gerade genug bietet, um visuell interessant zu sein, ohne das Auge zu überwältigen. Auf der anderen Seite passen Teppiche ohne Muster oft gut in ein allgemeineres und ganzheitliches Designthema und helfen, den Raum optisch zu vervollständigen.

Farbe, Farbe, Farbe

Die Wahl der richtigen Farbe ist essentiell, wenn der Raum ganzheitlich und ausgewogen wirken soll. Wenn du z. B. eine einzelne Wand im Raum farbig gestrichen hast, bietet es sich an, einen ähnlichen Farbton für den Teppich zu verwenden. Das verleiht dem Raum einen harmonischen Farbbereich, der für das Auge angenehm ist. Auch die vorhandene Bodenfarbe sollte berücksichtigt werden. Zu einem dunkeln Boden passen helle Farben, auf einem helleren Boden entfalten dunklere Teppiche einen ausgewogenen Akzent. Und was für die Wand- und Deckenfarbe gilt, gilt in der Regel auch für den Teppich: Helle Farben lassen einen Raum optisch größer wirken, während man in dunkleren Räumen mit Licht interessante Highlights setzen kann.

Alles eine Frage des persönlichen Stils

Die Suche nach einem geeigneten Teppich kann langwierig sein. Für uns war und ist wichtig, dass der Teppich aus natürlichem Material besteht und Gemütlichkeit ausstrahlt. Außerdem wollten wir nicht jedes Mal eine mittlere Familienkrise, nur weil Schokokekse oder Buntstifte auf der Auslegeware ihre Spuren hinterlassen haben. Der einfache (und günstige) Weg war für uns der richtige. IKEA und H&M haben das angeboten, was unsere Räume letztendlich vollständig gemacht hat. Einfach, ganzheitlich und zur größten Not auch einfach mal umzudrehen.

 

  

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